Schmerzstation - Therapieverfahren

Vor jeder stationären Behandlung steht die ambulante Schmerz- und Wirbelsäulentherapie !

Indikationen sind die Behandlung chronischer Wirbelsäulenschmerzen wie sie vornehmlich bei degenerativen Veränderungen der Wirbelsäulenanteile auftreten.
( Lumbalgien, Spondylosen, Spondylisthesis, Degnerative Discopathien , Bandscheibenvorfällen, chronischen Nervenwurzelreizungen,Postnukleotomiesyndrome und Z.n. Wirbelsäuleneingriffen mit funktionellen Einschränkungen sowie reaktive Myopathien der stabilisierenden Wirbelsäulenmuskulatur.
Bevor wir zu einem stationären minimalinvasiven Therapieverfahren raten, sollten die Möglichkeiten der ambulanten Wirbelsäulentherapie ausgeschöpft und die diagnostischen Verfahren durchgeführt sein.
Diagnostik : Labor, Röntgen, NMR oder CT , Konsile : Neurologie

Bestimmend für eine Erweiterung des WS- und Schmerztherapiekonzeptes ist

  • Die Einschätzung der OP Indikation
  • Das Maß der Chronifizierung an Hand der Stadien nach Gerbershagen
  • Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit

Unsere stationäre Therapie umfasst das MMMRT - Multimodale multidisziplinäre minimalinvasive Rückenschmerz Therapiekonzept.

Multimodal bedeutet, dass verschiedene evidenz basierte, also auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse beruhende Therapieverfahren aus dem Bereich der Physiotherapie (Krankengymnastik, Massage ), der Physiotherapie (Elektrotherapie, Magnetfeldtherapie, Wärme- / Kälteanwendungen ), Arzneitherapie (Medikamente zur Schmerzbehandlung, Muskelentspannung, Schmerzdistanzierung) in Kombination Wurzel-, Facetteninfiltrationen sowie ggf. Anlage eines Periduralkatheder zur Anwendung kommen. 

Alle diese Anwendungen sind aufeinander abgestimmt. Wesentliches Ziel ist die rasche Schmerzreduktion und die Vermeidung der Chronifizierung des Schmerzgeschehens also der Ausbildung eines Schmezgedächtnisses.

Multidisziplinär bedeutet, dass ein Behandlerteam aus Orthopäden, Schmerztherapeuten, Anästhesisten und Psychotherapeuten gemeinsam zusammenarbeiten um eine rasche nachhaltige Schmerzreduktion zu erzielen und die verschieden Therapien optimal aufeinander abzustimmen.Ein wesentlicher Punkt der Schmerzdiffenzierung sind die Anwendung von Schmerzverabreitungsprogrammen durch die Psychotherapie. Hier werden in Gruppen Entspannungstherapieverfahren nach Jakobson erlernt oder in Einzelgesprächen psychische Belastungen die schmerzverstärkend wirken können besprochen und ein Therapiekonzept erstellt.

Minimalinvasiv bedeutet, dass mittels einer speziellen Spritze in den Wirbelkanal oder in den Raum um die Nervenwurzel eingegangen wird. Über diese Nadel wird dann ggf. ein sehr dünner Katheder an den zu therapierenden Ort eingelegt von außen in seiner Lage fixiert und mit einem sterilen Verband abgedeckt. Der Katheder ist flexibel so dass auch weitere Therpien durch das Behandlerteam durchgeführt werden können. Durch den Katheder werden täglich 2 x eine Lösung aus einem Lokalanästheticum und geringer Mengen Kortison eingespritzt.Damit kann die entzündete Nervenwurzel mit ihrem vorderen und hinteren Ast direkt erreicht werden und zur Abschwellung gebracht werden. Durch die Abschwellung des Bandscheibengewebes und der Nervenwurzel lösen sich der Rückenschmerz und die Ausstrahlungsschmerzen in die Beine.
Durch die weiteren Therapien wie Lagerung, Detonisieren der verspannten Rückenmuskulatur und stabilisierender Aufbau der Rückenmuskulatur kann verlagertes Bandscheibengewebe wieder an seinen ursprünglichen Ort zurückwandern.

Wenn es nach den o.g. Maßnahmen nicht zu einer nachhaltigen Besserung der Beschwerdesymptomatik kommt und die Radikulopathie / Neuropathie nicht gebessert werden kann. Stellt sich die Frage eines weiteren erweiterten therapeutischen Vorgehens.